Die Auffangstation
Suzanne, eine Engländerin, hat die Hundeauffangstation vor neun Jahren mit sieben Hunden gegründet. Ein eingezäuntes Gelände, hoch im Berg über Rachoni, damit sich ja niemand durch die Tiere gestört fühlt. Ein altes Türmchen mit gerade mal zwei Zimmern steht dort und in diesem leben Suzanne und ihr Gehilfe Aaron, der aus gesundheitlichen Gründen dort lebt und hilft. Er ist auch Engländer. Strom gibt es seit vier Jahren durch eine kleine Solaranlage, sodass man im Winter sogar zwei Stunden fernsehen kann. Diese Beiden machen die ganze Dreckarbeit und bauen und bauen, soweit es ihre bescheidenen Mittel zulassen. Das Wasser kommt von einer nahe gelegenen Quelle und wird mit Hilfe eines Schlauchs dorthin geleitet. Dieser Schlauch wurde schon einige Male durchgeschntten, Suzanne wurde sogar tätlich angegriffen und verletzt und auch vergiftetes Fleisch wurde über den Zaun geworfen. Ergebnis: 40 tote Hunde.
Es ist eine Hundeauffangstation und kein Tierheim. Tierheime dürfen in Griechenland nicht von Ausländern betrieben werden. Auch vom Staat gibt es kein Geld und so sind sie dort wirklich nur auf Spenden angewiesen.
Im Winter wird es besonders hart, weil dann keine Touristen mehr auf der Insel sind und es kaum noch Spenden gibt. Glücklicherweise sammeln und überweisen doch einige liebe Menschen vor Weihnachten Geld auf das Konto, damit die Hunde gefüttert und ärztlich versorgt werden können. Trotzdem hat man im Frühjahr Schulden in einer vierstelligen Höhe, denn es kommt einfach nicht genug Geld herein.
Aber es geht voran. Vor fünf Jahren gab es ein paar Hundehütten aus Holz und aus alten Autoblechteilen. Man fragte mich, ob ich nicht alte Fußmatten von Autos mitbringen könnte, die man vor die Eingänge dieser “Hundehütten” hängen würde, um Regen und Schnee abzuhalten. Heute hat jedes Gehege einen eigenen Unterstand.
Angefangen hatte es ja mit sieben Hunden. Vor sechs Jahren waren 80 Hunde und vor viereinhalb Jahren 140 Hunde. Heute leben dort etwa 200 Hunde, die in drei Gehegen untergebracht sind. Die erwachsenen Hunde haben kaum eine Chance vermittelt zu werden und das war der Grund, weshalb meine Frau eine zweite Homepage erstellen wollte, auf der sie die erwachsene Hunde mit Foto und Begleittext vorstellen wollte. Ihr Tod ließ die Ausführung dieser Idee nicht zu.
Nun möchte ich Ihnen noch zwei weitere Frauen vorstellen, die sich für den Tierschutz auf Thassos einsetzen.
Da ist Manuela, genannt Manu. Sie ist Deutsche und lebt mit ihrem griechischen Mann Kiriakos in Potos, einem kleinen Örtchen direkt am Meer. Manu erledigt den ganzen organisatorischen Kram, der anfällt. Dazu gehört auch das Suchen nach passenden Flugpaten. Es muss ja schon jemand sein, der nach Düsseldorf oder Köln fliegt. Manu organisiert auch das Abholen oder Hinbringen der Flugpaten vom oder zum Flughafen Kavalla. Dass sie da oft um 4 Uhr morgens aufstehen muss, erwähne ich nur nebenbei. Auch ist sie für die meisten Transporte (z. B. Futter) zur Hundeauffangstation von Suzanne zuständig. Sie fährt die Hunde zum Tierarzt, sie impft und chipt auch, wenn es nötig ist. Weiterhin ist sie im Sommer die Anlaufstelle für viele Besucher, die sich erkundigen wollen, welche Fortschritte der Tierschutz so auf Thassos gemacht hat. Manu fährt diese Besucher oft noch zu Suzanne. Gibt es irgendwo auf der Insel streunende oder angefahrene Hunde, Manu fährt hin und kümmert sich um sie.
Die Sammelboxen müssen in den Tavernen aufgestellt und abgeholt werden. Es fällt gerade im Sommer so viel an, dass sie manchmal nicht weiß, was sie zuerst machen soll und nicht immer kann sie sich um Besucher so kümmern, wie die es gerne hätten. Da bringt ein netter Mensch 5 kg Hundefutter mit, möchte aber dafür einen halben Tag von Manu unterhalten werden.
Manu kümmert sich auch um die Katzen, die man ihr bringt. Und das sind meist sehr, sehr kleine Tiere, die oft noch mit der Flasche ernährt werden müssen. Dazu muss man bemerken, dass sie die Tiere im Haus und in ihrem kleinen Vorgarten versorgt. Ein professionelles Katzenhaus hat sie nicht. Sie versucht einfach nur Katzen zu helfen, so weit ihr das möglich ist. Zu erwähnen wäre noch, dass auch viele dieser Katzen nach Deutschland vermittelt werden. Auch darum kümmert sie sich.
Manche Leute vergessen leider, dass Manu auch einen Haushalt führen muss und ihre alte Mutter und Schwiegermutter versorgt, die im selben Haus wohnen.
Direkt neben Manu wohnt Lynne mit ihrem Mann. Sie vermieten Appartements und so kommen manche Touristen schnell zu der Ehre auch Flugpate spielen zu dürfen. Lynne macht für FOS die Buchhaltung. Sie verwaltet die Spenden und fragt sich jeden Winter, wie sie über die Runden kommen sollen. Lynne fährt auch Tiere zum Tierarzt und macht notwendige Besorgungen. Weiterhin stellt sie die Impfpässe aus und sehr oft beherbergt sie ein kleines Findelkind, das mit der Flasche groß gezogen werden muss.
Diese vier Menschen leisten allein die Hauptarbeit für den Tierschutz auf Thassos.
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