Archiv 28.Mai 2020

Der D-Arzt! Durchgangsarzt? Oder D wie Depp??

Donnerstag, 28.Mai 2020

Klaus ist der Meinung, es sei mal wieder an der Zeit, dass ich was schreibe. Tja, nur was?  Mir fehlte in den letzten Wochen, ja fast Monaten, die Energie dazu.

Zum Thema Igel auswildern hat ja bereits mein Herr Gemahl alles geschrieben. Vielleicht hat er noch nicht erwähnt, dass vergangenen Dienstag drei weitere Igel unsere illustre Gesellschaft der Stacheltiere bereichert haben: Mini, Oleg und Arno 🙂  Muss ich erwähnen, dass es uns etwas schwerfällt zu unterscheiden, wer wer ist, sobald die Herren und Damen erst einmal ihre Wohnsitze (also ihre liebevoll gezimmerte Häuschen) verlassen haben 😀

Was kann passiert sein, dass mir, Claudia, die Energie fehlt? Ich, die sonst eigentlich selten mal still sitzen kann und immer danach sucht, was an Haus und Garten zu reparieren oder zu verschönern ist?

Angefangen hat es mit einem unschönen Abgang auf der Treppe einer Kundin. Ich habe danach zwar noch den letzten Kunden angefahren und eine Kollegin war so lieb, noch einen meiner Kunden zu übernehmen, aber danach war auch Schicht im Schacht. Die Schmerzen waren einfach zu stark. Da das Ganze während der Ausübung meiner Arbeit passierte, gilt es BG-Fall und demnach war am nächsten Morgen der Besuch beim Durchgangsarzt angesagt 😐

Tja, was soll ich sagen oder schreiben? Die Lang- oder Kurzversion? Ich fange einfach mal an und sehe am Ende, welche Version es geworden ist 😀 Bei vier Terminen, welche ich bei diesem Arzt hatte, betrug die Gesamtzeit aller Untersuchungen sage und schreibe 10 Minuten !! Es gab zwei MRT meiner Lendenwirbelsäule beim Radiologen, eine Röntgenaufnahme der linken Hüfte und des linken Knies in der Praxis selbst, Schmerztropfen, das Angebot einer Injektion ins Kreuzbeingelenk und nach jedem Termin eine AU-Arbeitsunfähigkeitsbescheinung. Kostenlose und sehr bereitwillige Beigabe waren Arroganz, Unfreundlichkeit und die absolut herablassende Bemerkung, dass „Pflegekräfte ja froh sind, wenn sie mal nicht arbeiten müssen“.

Diagnose?  MRT der Lendenwirbelsäule ohne Befund. Also wurde eine Stauchung derselben angenommen, Röntgenaufnahme linke Hüfte ergab einen „altersentsprechenden beginnenden Verschleiß“, linkes Knie vollkommen in Ordnung. Nicht als Ursache für meine immer schlimmer werdenden Schmerzen anzunehmen. Injektion ins Kreuzbeingelenk habe ich abgelehnt, nachdem man mir keine plausible Erklärung hierfür geben konnte. Am 18. Februar sagte mir der so „freundliche und absolut fähige Orthopäde von D-Arzt“, dass ich ab dem nächsten Tag wieder arbeiten gehen darf. Würde ich sehr gerne machen, habe ich erwidert, da ich meine Arbeit ausgesprochen gerne ausübe und mir sowohl die Kunden als auch meine KollegInnen fehlen, aber ich beim besten Willen nicht wüsste, wie ich das aufgrund meiner Schmerzen bewerkstelligen soll. Der schmerzbedingte Schlafmangel war zwischenzeitlich zur Folter geworden. Entnervt hieß es seitens des Mediziners, dass ich dann jetzt eben einen Termin in der BG-Klinik in Duisburg bekommen würde. Aus seiner Sicht war ich austherapiert, er „könne nichts mehr für mich tun“. Es gab „kulanterweise“ noch eine AU bis zum Termin am 3. März in Duisburg -freundlicherweise von der Sprechstundenhilfe des D-Arztes vereinbart, die ständig bei mir (?) rückfragen musste, worum es denn geht.

In der BG-Klinik gab es dann zum ersten Mal ein offenes Ohr, eine körperliche Untersuchung und die Diagnose, dass bei dem Unfall wohl auch der Ischiasnerv in Mitleidenschaft gezogen wurde, aber da müsse ich mich eben in Geduld üben. Und da man hier und heute (die 42-Tage-Frist war ja vorüber) den Fall schließen wird, da ja laut der beiden MRT „kein knöcherner Schaden vorliegt“, müsse ab sofort der Hausarzt alles weitere übernehmen….Medikation, Arbeitsunfähigkeitsbescheinung -solange dies noch notwendig sei. Dankenswerterweise bekam ich zum ersten Mal eine Verordnung für Physiotherapie. Meine Bitte hierfür hatte der Durchgangsarzt immer abgelehnt, da „dies nichts bringen würde“.

Die verordnete Physiotherapie war zu diesem Zeitpunkt der Strohhalm, nach dem ich griff. Ich wollte nur, dass diese Schmerzen aufhörten, ich endlich mal wieder länger als 2-3 Stunden (und die nicht mal am Stück) schlafen konnte. Schmerzmittel -mittlerweile aus der Gruppe der Opiate- ließen leider viel zu schnell in der Wirkung nach. Ich versuchte es mit Fahrrad fahren: Es gab mir zumindest das Gefühl, mich etwas bewegen zu können. Es ließ das Gefühl aufkommen, dass meine Beine doch noch zu mir gehörten, nachdem vor allem das linke Bein kraftlos war.

Mitte April war ich nur noch ein durch Schlafmangel und Schmerz geplagtes Nervenbündel. Ich bat meinen Hausarzt -ohne den ich in der ganzen Zeit aufgeschmissen gewesen wäre- um ein MRT vom Becken. Bereitwillig gab er mir die von mir gewünschte Überweisung für selbiges. Dank der derzeitigen Krisenlage bekam ich einen zeitnahen Termin am 24. April, einem Freitag. Ein Gespräch oder einen Befund gab es an diesem Tag jedoch keinen. Den Befund durfte ich mir netterweise am darauffolgenden Montag in der radiologischen Praxis abholen.

Tja, was soll ich sagen? Während ich hier sitze und diesen Artikel schreibe, schaue ich auf die beiden Pflaster an meiner rechten Hüfte. Pflaster? Ja, sie decken die Nähte ab, welche nach der Arthroskopie (Hüftspiegelung) in Vollnarkose (in einer Spezialklinik in Geilenkirchen) notwendig waren. Diese Art der Operation war notwendig, um den gerissenen Knorpel im und am rechten Hüftgelenk zu reparieren und zu glätten. Zwei Nächte im Krankenhaus waren damit ebenso verbunden, wie eine Woche mit Unterarmgehstützen (Krücken) und duschen mit Duschstuhl (den ich eigentlich nur aus meinem Arbeitsalltag in der ambulanten Pflege kenne). Die linke Hüfte wird auch noch in Angriff genommen, wenn die rechte Hüfte vollständig abgeheilt ist. Ach so ….der Muskelfaserriss im großen Gesäßmuskel wird natürlich von alleine heilen.

Ich kann an dieser Stelle -natürlich war ich auch heute persönlich in der Praxis 🙂 – nur von ganzem Herzen meinem Hausarzt -Helmut Hochheimer- und seinem Team danken: Ohne ihn und seinem Engagement wäre ich nicht da, wo ich heute bin !!! An einem Punkt, wo ich wieder Lebensqualität empfinde und sehe, dass es aufwärts geht !!!!

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