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Wir, die Thassoshunde, die Adoption unserer Tochter Samira und der Tsunami, in den wir 2004 geraten waren.

2004 machten meine 2008 verstorbene Frau Gabi, unsere Tochter Samira und ich Urlaub auf Thassos. Von dort nahmen wir Yanna als Welpen mit, die die Begleiterin unserer Tochter bei ihren Trainingsläufen sein sollte. Erschrocken über die Verhältnisse in der dortigen Hundeauffangstation überwiesen wir jeden Monat Geld. Da es aber immer mehr Hunde wurden, begannen wir zwei Jahre später mit der Vermittlung der Vierbeiner. Bis zum Tode meiner Frau versorgten wir diese Hunde mit einem erheblichen finanziellen Aufwand, weil viele dieser Welpen/Hunde medizinische Betreuung brauchten, bis sie vermittelt werden konnten. Nach dem Tode meiner Frau war mir das als Frührentner nicht mehr möglich. Die medizinischen Kosten mussten ab da von einer Organisation auf Thassos übernommen werden. Dann gab es aber  im Sommer 2011 Differenzen über die Tierarztkosten, was dazu führte, dass ich keine Hunde mehr vermittelte.

Doch kurze Zeit später wurde ich angesprochen, dass es auf Thassos eine neue Tierschutzorganisation gäbe, nämlich Animal Care Thassos, kurz ACT,  die absolut seriös arbeiten würde. Ich nahm mit dieser Organisation Kontakt auf und es begann für mich zusammen mit Claudia eine ganz neue Ära in der Hilfe für die Thassoshunde.

Meine Frau Claudia und ich   Juni 2017

Bis dahin war es eine harte Zeit gewesen. Meine Tochter Samira hatte nach dem Tode meiner Frau Gabi darauf bestanden, den Thassoshunden weiter zu helfen, „weil Mama das gerne sehen würde!“ Also ging es weiter.

Apropos Claudia: 2011 hatte ich einer gewissen Claudia einen Welpen vermittelt, den ihre Tochter Kira auf meiner Homepage gefunden hatte. Es war die Nr.151, die unter dem fürchterlichen Namen Elfriede zu uns kam. Als Sisi wurde sie am 28.07.2011 vermittelt und sofort in Julie umgetauft. Wie es so oft passiert, hält man den Kontakt mit den Hundehaltern, in diesem Fall mit der Hundehalterin. Ein Dreivierteljahr später, es war Anfang April 2012, Julie war einige Monate vorher sehr krank gewesen, schrieben wir über Facebook und hörten gemeinsam die selbe Musik, ich auf meiner CD-Anlage, sie auf Youtube und da muss es im Laufe unserer gemeinsamen Musik irgendwann klick gemacht haben. Etwas womit ich nie gerechnet hatte, dass so etwas noch einmal passieren könnte. Einige Monate später zog sie bei mir ein und seitdem kümmern wir uns gemeinsam nicht nur um die Thassoshunde. 🙂

Im Jahre 2013 hatten wir einige schwierige, ältere Hunde von Thassos zu vermitteln. Die Tierschützer aus den Niederlanden nahmen die Welpen, die leichter zu vermitteln waren und so waren wir 2014 an einem Punkt angelangt, wo wir etwas Abstand und Ruhe brauchten. Ende 2014 mussten wir unser Haus dann auch noch großflächig renovieren. Alle Wasserleitungen waren im Haus zu erneuern, fünf Wasserrohrbrüche innerhalb von sechs Wochen hatten uns den Rest gegeben, Holz und Fliesen mussten ebenfalls abgebaut und erneuert werden, zweimal fiel die Heizung gerade in den kältesten  Tagen aus und dann versiegte auch noch unser Brunnen. Mehrere Tage waren wir ganz ohne Wasser. Der erste Brunnenbauer aus Viersen war so unfähig, dass unsere Leitungen in Sekundenschnelle mit Mehlsand verstopft waren, als er den neuen Brunnen anschloss. Wir mussten einen zweiten Brunnenbauer aus den Niederlanden hinzuziehen, der zu unserer Freude korrekt,  schnell und preiswert arbeitete und das zwei Tage vor Heiligabend.

Samira mit ihrer heißgeliebten Yanna  Juni 2017

Manchmal werde ich gefragt, weshalb diese Seite denn WUESTENWOLF heißt? Das kann ich erklären: Mit 28 Jahren habe ich meinen ersten Urlaub gemacht. Vorher war ich als Fotograf mit Fotogeschäft schon sieben Jahre selbständig. Da blieb keine Zeit für Urlaub.
1970 ging die erste Reise nach Finnland mit Zelt und Citroen 2 CV. 1971 mit dem selben 2 CV durch Norwegen bis zum Nordkapp. 1972 bekam ich die für einen BRD-Bürger äußerst seltene Genehmigung mit meinem alten Peugeot 404 Cabriolet und einem Zelt durch die Sowjet-Union zu fahren. 1973 war dann wieder Norwegen angesagt. Beim Besteigen des höchsten Berges von Norwegen, dem Galdhopiggen, gerieten meine damalige Freundin und ich im Gletscherfeld in einen Schneesturm. Wir verirrten uns und erreichten erst abends entkräftet die Juvasshytta. Da kam von meiner Begleiterin der Wunsch doch einmal dahin zu fahren, wo es RICHTIG warm wäre. Drei Tage später begann die Planung für eine Sahara- und Afrikadurchquerung, die dann am 31. Oktober 1974 per Landrover startete und bis Ende Januar 1975 dauerte. 24.000 km Afrika! Nach dieser Fahrt glaubte ich, dass dies der Höhepunkt meines Lebens gewesen wäre und ich so etwas nie wieder erleben würde. Vielleicht war es auch der Höhepunkt: Sahara, der Sahel inkl. der damals herrschenden Hungersnot, Urwald, wilde Tiere, fremde Kulturen. Aber besonders der Wüstenbazillus hatte mich infiziert. Im Sommer 1975  einmal einen Abstecher nach Griechenland, zuerst nach Mykonos, dann nach  Thassos und kurz darauf nach Finnland, alles per VW-Bus. 1976 dann wieder eine Nordafrika-Rundfahrt mit einem R4 !!! Aber schon Ende 1976 wurde wieder ein Landrover angeschafft und für die lange Reise 1977 ausgerüstet. Durchquerung der Sahara, des Sahels und Teilen Schwarzafrikas auf zwei verschiedenen Routen. Zwanzig Jahre lang habe ich auf diesen Reisen besonders Wüstenfüchse (Feneks, Fenneks) beobachtet und über sie Berichte geschrieben. Von Zoologen wurde mir bestätigt, dass ich der Erste wäre, dem es dann gelungen ist, Feneks in Gefangenschaft nachzuzüchten, so dass sie auch überlebten, wobei ich den Begriff „züchten“ gar nicht mag. Ich habe nicht „gezüchtet“, sondern die Tiere haben Nachwuchs bekommen, weil sie sich bei mir wohl fühlten.
Bis 1985 ging es dann jedes Jahr hinunter in die Sahara. 1985 bis 1988 gab es eine Zwangpause, weil wir dieses alte Haus in Schwalmtal neu aufbauen mussten. Das war nicht ganz leicht, weil es im Landschaftsschutzgebiet lag und man es nicht abreißen durfte. 1988 rebellierte meine damalige Frau und meinte, sie wolle sich nicht zum Sklaven des Hauses machen. Sie wolle wieder in die Sahara fahren. Ich hatte in der Zwischenzeit einige Rucksacktouren nach Asien unternommen, aber das war es einfach nicht. Zu viele Menschen, zu viel Lärm.
Die nächsten 12 Jahre waren wieder geprägt von ausgedehnten Saharatouren, die immer anspruchsvoller wurden. Erst die Adoption unserer Tochter Samira Ende 2001 und die politische Lage in weiten Teilen Afrikas stoppte unseren Tatendrang.

Und was hat das Ganze jetzt mit der Homepage und dem Namen WUESTENWOLF zu tun, werden Sie fragen?  Die Antwort lautet: Eigentlich sollte die Homepage etwas mit meinen Wüstenfüchsen zu tun haben, aber jede Domain war schon vergeben und ich musste notgedrungen auf den WUESTENWOLF ausweichen, um noch etwas dieser großartigen Erinnerungen so zu konservieren.
Das ist alles.

P.S. Den Bericht über die Adoption und unsere Tsunami-Erlebnisse finden Sie auf zwei weiteren Hauptseiten.

„Von den Menschen, die wir geliebt haben,
wird immer etwas zurückbleiben; etwas von
ihren Träumen, etwas von ihren Hoffnungen,
vieles von ihrem Leben, alles von ihrer Liebe.“

September 2017
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