LETZTE NACHRICHTEN

Es trifft auch Hunde auf Thassos

Sonntag, 22.März 2020

Nein, natürlich überträgt sich dieser unsägliche Virus nicht auf Hunde. Aber ein halbes Dutzend Hunde warten beim ACT, dass sie nach Deutschland oder Österreich fliegen können. Aber wie soll das gehen, wo der ganze Flugbetrieb eingestellt ist?
Noch schlimmer: Für Menschen, die nicht ihren ersten Wohnsitz auf Thassos haben, gilt zur Zeit ein Verbot, die Insel überhaupt zu betreten. Warum? Weil es auf Thassos noch keinen Corona-Fall gibt. Und das soll möglichst so bleiben.
Warten wir also darauf, dass auf Thassos lebende Menschen mal wieder Sehnsucht bekommen, Deutschland, Österreich oder die Niederlande zu besuchen. Aber dazu muss das Flugverbot in Europa wieder aufgehoben werden, was wohl noch einige Wochen dauern wird.
Pech für unsere Hunde, die doch so sehr eine Familie brauchen.
Hoffentlich springt niemand ab und wartet trotzdem auf seinen neuen Vierbeiner, der sich auch über eine kleine Spende für’s Futter freuen würde.

Sonntag, 22.März 2020 LETZTE NACHRICHTEN Keine Kommentare

Hund des Monats März: YANNICK

Sonntag, 8.März 2020

YANNICK
Rüde – kastriert – geboren im Mai 2017 – 15 kg – 55 cm – natürlich gechipt und geimpft.
Yannick ist schon viel zu lange beim ACT und braucht endlich seine eigene Familie.
Er wurde auf der griechischen Insel Thassos zurückgelassen, weil der kleine Welpe größer wurde als erwartet…
Als Welpe war er ein wildes Männlein, wahrscheinlich weil ihm nichts beigebracht wurde. Aber mit der Zeit wurde er immer ruhiger. Jetzt ist er ein freundlicher, angenehmer Hund, verspielt, aber mit Energie. Er läuft gut an der Leine und andere Hunde sind kein Problem für ihn. Was er von Katzen hält, wissen wir nicht.
Eine aktive Familie würde zu Yannick am besten passen.
Er ist momentan noch auf Thassos/Griechenland. Wenn Sie sich für Yannick erwärmen, kann er mit dem nächsten Flugpaten zu einem  deutschen Flughafen in Ihrer Nähe gebracht werden.
Interessiert? Wenden Sie sich doch bitte an Animal Care Thassos: act.thassos@gmail.com

Sonntag, 8.März 2020 LETZTE NACHRICHTEN Keine Kommentare

Erinnerungen an zwei Hunde, die ich mal vermittelt habe

Donnerstag, 20.Februar 2020

Clio als Welpe 2006

Clio heute 2020

Kurz nacheinander erhielt ich zwei Mails mit Fotos von Hunden, die ich vor 10 und vor 14 Jahren vermittelt habe. Für mich war das eine anrührende Situation, als ich nach so langer Zeit Fotos von den beiden bekam.
Clio gehörte zu den ersten drei Welpen, die ich von Thassos mitgebracht hatte. In der Hundeauffangstation, die ich zwei Jahre monatlich mit Geld unterstützt hatte, wurden es immer mehr Hunde und man brauchte immer mehr Geld, um sie zu versorgen. 2004, als ich unsere Yanna von Thassos mitbrachte, waren es knapp 70 Hunde. Zwei Jahre später hatte die Zahl sich auf 120 Hunde erhöht. Und da hatte man mich gebeten doch zu versuchen, Welpen hier in Deutschland zu vermitteln.
Also nahm ich Elena, Clio und Daisy mit. Es sind die Nummern 2, 3 und 4 in der Chronik des Jahres 2006. Nummer 1 ist Yanna aus 2004, die am 23.Februar 16 Jahre alt wird/ist.
Ja und die Besitzer von Clio meldeten sich jetzt nach so langer Zeit mit folgender Mail:

„Guten Tag, nach sehr langer Zeit möchte ich mich nochmal melden. Wir haben 2006 Clio bekommen und was soll ich sagen. Clio ist nun über 14 Jahre alt und ihr geht es dem Alter entsprechend gut. Etwas tolpatschig und leicht dement, aber das kennt man ja auch. Hoffe das bei ihnen auch alles in Ordnung ist.
Gruß aus Grevenbroich
Familie B.“

Der andere Hund, von dem ich Post erhielt, ist Cesur oder auch Blaze genannt. Er wurde im Juni 2010 unter der Nr. 117 vermittelt. Ich schrieb damals über ihn:

„Blaze, stammt aus einem Wurf von 11 Welpen, den man nach der Geburt in einer Plastiktüte in einen Busch geworfen hatte. Als sie einen Tag später gefunden wurden, waren sechs Tiere bereits tot und zwei weitere starben in den nächsten Tagen. Nur drei Welpen überlebten, darunter Blaze.
Von den drei Überlebenden war er der Munterste und Verspielteste. Das war dann auch der Grund, weshalb sich seine neuen Besitzer für ihn entschieden. Die achtjährige Tochter Kimberly wird sehr überrascht gewesen sein, als sie nach Hause kam, denn sie wusste noch nichts von dem Familienzuwachs.“

Heute schreibt die Familie über Cesur:

Cesur 2010 als Welpe

Cesur heute 2020

Cesur 2020

„Hallo und guten Abend,
Ich wollte nach einigen Jahren nochmal eine Info über den kleinen Mann geben.
Cesur ist jetzt langsam ein alter Junge und manchmal merkt man es ihm auch an.
Aber er ist und bleibt ein Teil von uns und ich hoffe, dass seine Geschwister auch alle ein endgultiges Zuhause haben, gerade in diesem
Alter.
Mit liebem Gruß
Jacqueline B.“

Cesur 2020

Donnerstag, 20.Februar 2020 LETZTE NACHRICHTEN 4 Comments

Die Y-Welpen suchen im März ein neues Zuhause

Freitag, 31.Januar 2020

Zugegeben, nicht mehr alle, denn drei Welpen sind schon vermittelt. Das heißt, sie sind reserviert, werden aber erst Anfang März so weit sein, dass sie vermittelt werden können. Da ist man beim ACT konsequent, erst impfen, wenn die Welpen ein gewisses Alter (acht Wochen) haben. Vier Wochen später die Zweitimpfung und die Tollwutimpfung, die auch drei Wochen braucht, bis sie ihre Wirksamkeit entfaltet hat.
Natürlich sucht man in der Zwischenzeit schon nach Flugpaten, die in den Monaten März und April noch sehr rar sind, da die Tagestemperaturen doch noch etwas bescheiden ausfallen. Für mich war es neben Ende September/Anfang Oktober die schönste Zeit, da man da noch das Gefühl hat, sich tatsächlich auf einer griechischen Insel zu befinden und nicht auf einem Rummelplatz.
Aber um Flugpaten zu finden, ist es zugegebenermaßen eine schwierige Zeit.

Hier die sieben Welpen, wie sie jetzt aussehen. Aber, Achtung!, drei von ihnen sind ja schon vermittelt.

Yvette

Yamaha

Yoyo

Yanka

Yacco

Yogi

Yola

Freitag, 31.Januar 2020 LETZTE NACHRICHTEN Keine Kommentare

Die Welpen auf Thassos

Sonntag, 12.Januar 2020

Ja, inzwischen sind sie naturgemäß gewachsen und deshalb hier ein paar neue Bilder der Kleinen. Nicht von allen, sondern nur von denen, die sich haben fotografieren lassen. Zum Fotografieren solcher kleiner Wirbelwinde braucht es schon etwas Ruhe und Geduld.

Yacco

Yamaha

Yamaha

Yamaha

Yamaha

Yanka, Yacco und Yamaha

Yanka

Yoyo

Yoyo

 

Yacco

Sonntag, 12.Januar 2020 LETZTE NACHRICHTEN Keine Kommentare

NEU: Sieben Welpen

Montag, 30.Dezember 2019

Anfang Dezember fand ein junger Mann in den Bergen nahe Potamia sieben Welpen. Augen und Ohren waren noch geschlossen. So konnte man bestimmen, dass sie erst 10 – 14 Tage alt waren. Der 20.November wurde als Geburtsdatum festgelegt.
Für die Kleinen war es ein großes Glück, dass sie überhaupt gefunden wurden, denn in der nächsten Nacht gab es Starkregen und auch schon den ersten Schnee in den Bergen.
Nach 10 Tagen füttern mit der Flasche konnten sie erste feste Nahrung aufnehmen. Allen sieben Welpen geht es ausgezeichnet.
Es wird damit gerechnet, das sie mittelgroß werden. Wir nennen es kniehoch. Das passt immer! 😉
Anfang März werden sie nach Chippen und der kompletten Impfung so weit sein, dass ihr neues Zuhause beziehen können. Sie können sich kaum vorstellen, wie wir den Kleinen die Daumen drücken, dass sie auch eines finden werden.

Yacco

Yamaha

Montag, 30.Dezember 2019 LETZTE NACHRICHTEN Keine Kommentare

Nur für drei Tage: SILVESTERSTRESS

Samstag, 28.Dezember 2019

TIPPS GEGEN SILVESTER-STRESS

Vorbeugen ist besser als heilen – Tipps für jederhund…an den Tagen vor und nach Silvester:

Lassen Sie Ihren Hund beim Spaziergang sicherheitshalber an der Leine und sichern Sie ihn besonders gut.

Wählen Sie Spaziergehzeiten und –orte, die weitgehend knallfrei sind. Vorsicht auch mit offenen Haustüren, Gartentoren etc.: Auch ein bislang furchtloser Hund könnte sich plötzlich erschrecken und in Panik fliehen, wenn direkt in seiner Nähe ein Knaller losgeht.

Wenn Ihr Hund an den „Knalltagen“ (natürlich niemals in der Silvesternacht, siehe unten) alleine bleiben muss und bei Ihnen viel geknallt wird: ein eingeschaltetes Radio hilft dabei, das gelegentliche Knallen draußen zu dämpfen (das gilt natürlich auch für die Zeiten, in denen Ihr Hund nicht allein ist).

Wenn es knallt und Ihr Hund merkt auf, dann tun Sie erfreut, signalisieren Sie „Alles prima!“ und lassen ein Leckerchen springen. Ihr Hund verknüpft so, dass es sogar nett sein kann, wenn es ab und an mal knallt.

In der Silvesternacht:

… lassen Sie Ihren Hund bitte niemals alleine …

… und nehmen ihn auch nicht zum Feuerwerk mit auf die Straße! Stattdessen bleibt jemand im Haus und kümmert sich um ihn. Während es draußen böllert, zischt und pfeift, darf es drinnen Leckerchen regnen – je lauter, desto mehr. Weil Denken vor Panik schützt, darf Ihr Hund auch gerne seine Lieblingsspiele spielen oder Lieblingstricks zeigen, während draußen das Feuerwerk hochgeht. Wenn Sie dabei demonstrativ bester Stimmung sind und dazu noch äußerst spendabel mit gutem Futter, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Ihr Hund die Zeit des Feuerwerks gut übersteht und keine Ängste entwickelt.

Ein laufendes Radio oder Fernsehen und ggf. auch heruntergelassene Rolladen helfen dabei, die Reize von außen zu mildern.

Zunächst ganz wichtig: Nehmen Sie die Ängste Ihres Hundes ernst! Angst fühlt sich für Hunde genau so schrecklich an wie für uns Menschen. Tun Sie alles, was Ihrem Hund hilft, sich besser zu fühlen!

Wenn Ihr Hund sich gerne zurückziehen möchte, dann geben Sie ihm Zugang zu seinem Lieblingsort: Ob das im Keller, unter dem Bett oder sogar unter der Bettdecke ist.

Wenn der Hund Ihre Nähe sucht, dann geben Sie ihm die Zuwendung und den Schutz, den er haben möchte. Entgegen anders lautenden Gerüchte: Ihren Hund zu trösten  und sich um ihn zu kümmern, verstärkt seine Ängste nicht! Ganz im Gegenteil: Unter der Voraussetzung  dass Sie selbst gelassen und optimistisch dabei bleiben, tut Ihrem Hund die Zuwendung gut – und Sie werden für ihn zum Fels in der Brandung.

Sie können dem Feuerwerks-Stress auch ganz entfliehen, wenn Sie sich mit Ihrem Hund rechtzeitig vor Zwölf ins Auto setzen und mit laufendem Radio an einen ruhigen Ort oder auf die Autobahn fahren und erst zurück kommen, wenn der Spuk vorbei ist. Nach Silvester ist vor Silvester: Vorsorgen fürs nächste Jahr.

Wenn Sie wissen, dass Ihr Hund extrem panisch reagieren wird, dann sprechen Sie rechtzeitig mit Ihrem Tierarzt über die Gabe eines Beruhigungsmittels. Es gibt sanfte Mittel, z.B. auf pflanzlicher Basis und auf Basis von Milcheiweiß, und – speziell für die „harten Fälle“ – auch hochwirksame medizinische Mittel, die entspannen.

Betreiben Sie niemals Selbstmedikation, denn es gibt z.B. Beruhigungsmittel, die lediglich die Muskeln entspannen, aber kaum angstlösend sind. Im Panikfall eine Katastrophe: denn stellen Sie sich vor, Sie hätten panische Angst und könnten sich nicht bewegen!

Das sorgfältige und systematische Training mit einer speziellen Geräusch-CD kann Ihrem Hund Schritt für Schritt zu mehr Gelassenheit auch bei lauten Geräuschen verhelfen.

Und wenn Sie ohnehin vorhaben, über den Jahreswechsel in den Urlaub zu fahren, dann informieren Sie sich frühzeitig: Es gibt eine Menge Orte, an denen es zu Silvester gar nicht oder kaum knallt.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen/Euch und Ihrem/Eurem Hund einen guten Übergang in das Jahr

2019

Samstag, 28.Dezember 2019 LETZTE NACHRICHTEN Keine Kommentare

Noah – nicht die Arche – aber seine Rettung ♥

Sonntag, 15.Dezember 2019

Ich könnte schwören, dass kaum jemand unter „Zuhause gesucht“ von Noah (Nr. 261) überhaupt Notiz genommen hat. Zu groß, schon älter und vor allem: Positiv auf Leishmaniose getestet! So sah Noah aus, als man ihn fand:

Noah, kurz nachdem man ihm beim ACT aufgenommen hat.

Die Vermutung bestätigte sich schnell: Leishmaniose. Damit waren Noahs Chancen auf ein endgültiges Zuhause verschwindend gering. Zum einen, weil sehr viele Menschen in Unkenntnis dieser Erkrankung die Aufnahme eines solchen Hundes verhement ablehnen und zum anderen zählte Noah aufgrund seiner Größe nicht gerade zu den Schoßhündchen 🙂

Nach geraumer Zeit sah Noah schon besser aus…die Behandlung schlug an

 

Es fanden sich zwar liebe Futterpaten für ihn, die seinen Unterhalt auf Thassos sicherten, aber ein Zuhause…leider nein.

Bis sich am 23. November 2019 meine sehr liebe Ex-Kollegin Hannah bei mir meldete und Genaueres über „Leishmaniose-positive-Hunde“ wisssen wollte. Bereitwillig gab ich Auskunft und auf meine Nachfrage, um welchen Hund es denn geht, kam dieses Foto:

Mit dem Kommentar: „Ich würde ihn gerne haben. Irgendwie habe ich mich in ihn verliebt“.

Auch mein Herz jubilierte. Hatte doch auch ich Noah von Anfang an in mein Herz geschlossen, aber angesichts der Vielzahl unserer eigenen Hunde, Sandys schwerer Leidengeschichte und der damals noch bestehenden Vermittlunsghilfe für die Thassoshunde, war es für uns nicht möglich, Noah selbst zu nehmen.

Aber lange Rede, kurzer Sinn…und auch, weil ich morgen wieder gaaaanz früh aufstehen muss 🙂 …:      Noah hätte es nicht besser treffen können…was lange währt, wird endlich gut. Noah hat sein Zuhause in einer wundervollen Familie mit vielen Hunden (Tiffy, Biene und Zeus – vormals Floris) und Hundeverstand gefunden ♥

Am 6. Dezember trat Noah seine Reise nach Deutschland an. Hannah wäre zwar auch selbst geflogen (Zitat: „Ich bin noch nie geflogen, aber für ihn würde ich alles tun!“), aber es fand sich dann doch ein Flugpate, der Noah mit nach Frankfurt genommen hat. Von dort aus ging es dann im Auto in sein neues Zuhause!

Nach dem Flug im Auto

Skeptischer Blick

 

 

 

 

 

 

 

Die nächsten Bilder sprechen für sich ♥

Er ist angekommen ♥ Der „große Junge“ hat seine große Liebe gefunden und umgekehrt ♥

Danke, Hannah ♥

Sonntag, 15.Dezember 2019 LETZTE NACHRICHTEN Keine Kommentare

Unserem Findelkind geht es gut

Donnerstag, 5.Dezember 2019

Eigentlich wollten wir Spike vor ein paar Tagen besuchen und der Igelmama gleich noch einen Packen Handtücher bringen. Aber leider zerschlug sich das, da unsere Handtuchlieferantin nicht Zuhause war, als wir dort erschienen. Aber wir wissen: Der kleine Igel hat keine Verletzungen und war auch nicht wirklich krank. Er hat nur eine Menge Flöhe und ….Kokzidien.
Aber auf jeden Fall hat eine weitere liebe Seele mit Einmalunterlagen aus der Pflege für die verletzten Igel aushelfen können, in dem sie ein Paket von Norddeutschland an den Niederrhein schickte.
Inzwischen hatte unsere Igelstation schon 25 Igel aufgenommen. Glücklicherweise konnte sie einen Kleinen an eine weitere Igelhilfe abgeben. So sind es aber immer noch 24 Igelkinder.
Ein Tipp von uns: Besuchen Sie doch mal am 6. bis 8. Dezember ab 17 Uhr das Lichterfest in Nettetal – Kaldenkirchen. Da wird auch die Fell & Federn Wildtierhilfe NRW da sein. Das sind die supernetten Menschen, die uns mit dem kleinen Igel weitergeholfen haben. Vielleicht finden Sie da auch noch etwas Nettes für Weihnachten. (Sorry, wir selbst feiern kein Weihnachten)

Donnerstag, 5.Dezember 2019 LETZTE NACHRICHTEN Keine Kommentare

Ein winziges Etwas – ein kleiner Igel

Samstag, 23.November 2019

Letzte Woche fanden wir auf unserem Grundstück einen kleinen Igel. Eigentlich hat ihn Julie, Claudias Hündin, gefunden und durch Bellen und Herumtanzen auf ihn aufmerksam gemacht.
Claudia hat sich dann Lederhandschuhe angezogen und die kleine Kugel ins Haus gebracht. Wir haben den kleinen Kerl dann in einen Behälter mit Heu und diesen dann in unsere Werkstatt gesetzt. Nach kurzer Beratung wollten wir ihn erst einmal untersuchen, ob er irgendwo verletzt wäre.
Später erfuhren wir, dass ziemlich viele Igel durch Freischneider oder Mähroboter lebensgefährlich verletzt werden.
Das Ganze erwies sich als schwierig, weil Spike, wie Claudia ihn getauft hatte, partout seine Kugelgestalt nicht aufgeben wollte. Also haben wir ihm Katzenfutter und ein Schälchen Wasser hingestellt.
Als ich zehn Minuten später nach ihm sehen wollte, waren Futter und Igel weg.
Als ich das Claudia mitteilte, bedachte sie mich mit einem mitleidigen Blick. „Du wirst doch noch wohl einen Igel in einem kleinen Behälter finden, der nur mit etwas Heu gefüllt ist.“ Das hatte ich mir allerdings selbst schon gesagt.
Meine liebe Frau bewegte sich daraufhin siegesbewusst zu unserer kleinen Werkstatt, denn der Igel musste ja wohl da sein, denn sie hatte den Behälter mit einem Deckel abgedeckt. Ich war schon echt gespannt, ob ich wirklich zu blöd war, einen kleinen Igel in einem Behälter von der Größe 50 x 30 cm zu finden.
ER WAR NICHT MEHR DA!
Wir rätselten dann für eine halbe Minute und fanden dann die Lösung. Der Behälter hatte links und rechts zwei Griffschlitze und durch einen dieser beiden hatte er sich wohl hinausgezwängt. Nach einigem Suchen fanden wir ihn in einer Ecke unter der Werkbank.
Draufhin verklebten wir diese Griffschlitze mit Klebeband, setzten den Behälter aber sicherheitshalber im Haus in die Badewanne, wo es ja auch wärmer für das kleine Tier war.
Wir haben ihn dann nur gewogen. 257 Gramm! Eindeutig viel zu wenig, um den Winter zu überstehen.
Als nächstes machte ich einen Ausflug ins Internet, um mir Wissen über Igel anzulesen.
500 bis 550 Gramm sollten sie vor dem Winterschlaf schon wiegen. Also war unser Igelchen viel zu dünn. Weiterhin wurde immer wieder vor falscher Behandlung, auch durch Tierärzte, gewarnt,
Bei Facebook baten wir dann um Hilfe, was wir machen könnten.
Und dann ging es sehr schnell. Es gab einige sehr gute Tipps und einen Kontakt mit einer Gruppierung, die nicht nur, aber auch, Igeln hilft.
Ich erfuhr, dass die sogennnten Igelstationen private Menschen (natürlich fast ausschließlich Frauen) waren, die schwache und verletzte Igel aufnehmen. In Anbetracht des nahenden Winters waren aber alle eigentlich schon voll.
Aber dann erbarmte sich doch jemand. Sie hatte zwar schon 18 Igel in ihrer kleinen Wohnung, aber meinte, es käme da auf einen mehr oder weniger auch nicht mehr an.
Zwei Tage später brachten wir Spike nach Meerbusch. Inzwischen wog er schon (mit Flöhen) 306 Gramm, was uns richtig stolz machte. Übrigens: Spike war tatächlich männlichen Geschlechts und war etwa 4 – 6 Wochen alt.
Wir stellten bei diesem Besuch fest, dass Spike da in beste Hände kam und wir konnten der „Igelmutter“ aber auch einen großen Gefallen tun. Abgesehen von einigen Sachen, die wir ihr zukommen lassen wollen, versprachen wir, ihr bei der Auswilderung der Kleinen im Frühjahr behilflich zu sein. Da wir hier umgeben von Wald und Feld sind, für uns kein Problem. Für sie nahe der Autobahn schon.
Eines erinnert mich noch immer an den Besuch. Meine verbundene rechte Hand.
Das „Securitypersonal“ der Igelstation bestand aus vier kleinen Hunden. Ich wurde vorher gewarnt. Einer beißt aus Angst. Als ich da so herumstand, kam einer der vier zu mir und schnupperte an meinem Bein. Denn könne ich ruhig streicheln. Ich versuchte es. Da schoss wie der Blitz sein Kollege unter dem Tisch hervor und biss herzhaft in meine rechte Hand.
Nach langen Diskussionen mit meiner Frau (Tetanus!) und meiner Tochter (Tollwut!) trage ich jertzt einen Verband an der rechten Hand.
Nein – es hat sich nichts entzündet! Aber als ich harmlos fragte, was der blaue Strich da von der Verletzung zum Arm hin bedeute, wurde mir klar gemacht: Mit so etwas macht man keinen Spaß! 😀

 

 

Samstag, 23.November 2019 LETZTE NACHRICHTEN 3 Comments